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|On my mind| Just happy

Februar 29, 2016

Die letzte Woche war just happy. Warum? Ich bin mir gar nicht sicher, denn eigentlich ist nicht besonders viel aufregendes passiert. Ich habe viel gearbeitet, bin im Schweinsgalopp von Termin zu Termin gedüst, habe zwischen Tür und Angel einen Flohmarkt organisiert und ziemlich wenig geschlafen. Das Gefühl mit dem ich jede Nacht eingeschlafen bin war entscheidend. Jeden Abend habe ich zuversichtlich und zufrieden das Licht ausgeknipst und mich auf die Aktivitäten des nächsten Tages gefreut. Meine To-Do-Listen waren lange nicht mehr so schnell abgearbeitet und meine Foto-Produktionen lange nicht mehr so komplikationslos. Heute habe ich mich dabei ertappt, wie ich mich durch meinen Kleiderschrank gewühlt habe, mich bei dem Anblick meiner neuen Jeansjacke wie verrückt auf den Frühling gefreut und wild vor meinem Hund hin und her getanzt habe.
Richtig unglücklich war ich eigentlich lange nicht mehr, aber leichtfüssig und unbefangen erst recht nicht. Diese Seite von mir ist in den letzten Monaten irgendwie zurückgekommen und ich versuche die Ursache zwischen allen letzten Ereignissen herauszufiltern. Pommes-Currywurst auf dem Wuppertaler Wochenmarkt wurde zum romantischen Wochenendhighlight, Spaziergänge durch den Wald begeisterten mich und Abende vor dem Schallplattenspieler haben sich endlich wieder gehäuft.

Kontakte knüpfen und beflügeln lassen

Ich werde immer ein Eigenbrötler bleiben, aber ein großer Teil meiner guten Stimmung haben die Menschen ausgemacht, mit denen ich mich in der letzten Zeit umgeben habe – beruflich und privat. Manchmal trifft man wochenlang nur auf grummelige Wesen, die ungern über ihren Tellerrand hinaus schauen und grundsätzlich alles kritisch beäugen müssen. Umso schöner, wenn man eine Glückssträhne hat und ausschließlich auf freundliche Menschen mit viel Drive, Ideenreichtum und einer großen Portion Talent trifft. Manche davon habe ich persönlich, andere nur via Email kennengelernt, aber selbst über die schnelle, digitale Kommunikation spürt man die Ausstrahlung eines Menschen. Während meiner Zeit in Berlin habe ich neue Kontakte geknüpft, alte aufleben lassen und schon jetzt neue Treffen für den Sommer festgezurrt. Ich habe beflügelnde Interviews geführt, in denen mir mutige Menschen begegnet sind und mich mit ihrer Positivität angesteckt haben. Nachdem meine beste Freundin und ich gestern vom Flohmarkt kamen und uns zur Belohnung mit Fastfood vollgestopft haben, war ich überglücklich. Wir saßen futternd im Auto nebeneinander und haben wie die Hyänen gelacht, bis wir fast erstickten.

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Zukunftsängste zur Seite schieben

Ich löse Probleme gerne schon, bevor sie überhaupt entstanden sind. Alle möglichen Szenarien spiele ich in meinem Kopf, aber auch sehr gerne an ewig langen Abenden mit meinem Vater, durch. Vor wenigen Tagen habe ich bemerkt, wie krank mich dieser Charakterzug macht. Ich setze mich mit Schwierigkeiten auseinander, die es überhaupt nicht gibt, stelle mir Fragen, die sich normalerweise nur Anwälte, Ärzte, Steuerberater, eben alle Form von Fachleuten stellen würden. Ich arbeite mich so tief in Materien ein, bis ich eigentlich alle Internetforen und wissenschaftlichen Artikel auswendig mitbeten und ich meine Fragen zu einem jeweiligen Thema wasserdicht beantworten kann. Diese Eigenschaft hat mir in meinem Leben zwar schon oft, zum Beispiel bei meiner Thesis, weitergeholfen, kann sich aber zu einer wahnsinnigen Belastung entwickeln. Am schrecklichsten daran ist allerdings, dass man vergisst den Status quo zu schätzen. Über die ganzen künstlich heraufbeschworenen Ängste, Fragen und Probleme verliert man das Gefühl für die augenblickliche Situation. Natürlich werde ich nie aufhören langfristig und zukunftsweisend zu denken und zu handeln, aber wenigstens versuchen die Zeiten, in denen es keine Probleme gibt, auch als solche wahrzunehmen und glücklich darüber zu sein.

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2 Comments

  • Reply Claudia Februar 29, 2016 at 10:48 pm

    Liebe Flora,

    schön, dass du uns an deinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt.
    Deine Zukunftsängste kann ich absolut nachvollziehen. Ich bin mittlerweile 34 Jahre jung und dachte als junge Studentin eigentlich immer, dass irgendwann durch die Lebenserfahrung die Ängste und Gedanken nachlassen, weil man an “ Weisheit“ gewinnt. Ich bin das lebende Beispiel dafür, dass dem nicht so ist. Vielleicht muss man sich und seine Persönlichkeit einfach lernen zu akzeptieren… Ich wünsche dir viel Glück und Liebe auf dem Weg, der dir noch bevorsteht!
    Claudia

  • Reply ark taming calculator März 4, 2017 at 1:33 pm

    Thanks for finally writing about >|On my mind| Just happy –
    Rothaariiges <Loved it!

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