Beauty Make-up

Ein Gespräch mit Loni Baur über Muße und Make-up

Juli 11, 2017

Loni Baur steckt in einem Interview, als ich das Backstage-Zelt des Berliner Mode Salons betrete. Noch ist es hier ruhig, in wenigen Stunden werden die ersten Models hinter dem Berliner Kronprinzenpalais eintreffen. An Verschnaufen kann die Make-up Artistin trotzdem nicht denken, denn ein Interviewtermin jagt den nächsten. Obwohl ich schon unzählige Interviews in meinem Leben geführt habe, hat sich vor dem Termin mit Loni Baur eine Nervosität in mir breit gemacht, denn in der glamourösen Welt rund um die Fashionweek gehören ich definitiv zu den Neulingen.
Wenige Minuten später kommt Loni Baur mit wachen, neugierigen Augen auf mich zu und begrüßt mich mit einem festen Händedruck – genauso, wie ich es bei Frauen liebe. Ihre Mimik ist freundlich, ihre Stimme hell und ihr Auftreten entspannt. Jetzt kommt mein Selbstbewusstsein zurück und die Fragen, die ich mir heute Morgen überlegt habe, spielen keine Rolle mehr. Meine natürliche Neugier kommt zurück und ich freue mich darauf die nächsten zwanzig Minuten mit dieser talentierten und warmherzigen Frau über Make-up, Schönheit und eines meiner Lieblingsthemen, Muße, zu sprechen. Im Berliner Mode Salon kümmert sie sich um die Entstehung aller Make-up Looks, die in Kooperation mit Catrice umgesetzt werden.

Loni Baur über Nudelooks, Muße und Selbstbewusstsein

Liebe Loni, danke, dass Du dir Zeit für meine Fragen nimmst und ich mein erstes Backstage-Interview mit Dir führen kann. Ich habe gestern die Show von Vanessa Schindler gesehen, für die Du einen sehr natürlichen Make-up Look mit klaren Gesichtern, leicht erröteten Wangen und lässigen, etwas zerzausten Haaren, kreiert hast. Ich liebe diese Looks, die sich auf die Natürlichkeit der Frauen besinnen. Was ist das Geheimnis dieser natürlichen, perfekt „ungeschminkten“ Looks? 
Loni Baur: Für einen guten Nudelook muss man viele kleine Entscheidungen treffen und lernen, wie man Gesichter lesen und verstehen kann. Die Basis von diesen Entscheidungen ist allerdings die richtige Hautpflege, die den Grundstein für natürliche Looks bildet. Nach einer Reinigung sollte man seiner Haut eine kleine Gesichtsmassage geben, um die Durchblutung anzuregen und die Poren für die anschließende Feuchtigkeitspflege zu öffnen. Reichhaltige Pflegeprodukte sind wichtig, damit die Make-up Produkte richtig funktionieren.
Bei Nudelooks geht es dann um viele verschiedene Texturen und darum sich Zeit zu nehmen, die Produkte in die Haut einzuarbeiten. Viele hundert Pinselbewegungen sorgen dafür, dass sich Produkte perfekt mit der Haut verbinden und der fertige Look nicht zu geschminkt aussieht. Außerdem sollte man darauf achten Base-Produkte, wie Foundation und Concealer sparsam und nur dort anzuwenden, wo man die Pigmente auch braucht. Ich versuche immer so viel natürliche Hautstruktur wie möglich zu erhalten. Kurz: Ein guter Nudelook funktioniert nicht nach Schema F, sondern muss auf jedes Gesicht individuell abgestimmt werden. 

Wenn man niemanden wie Dich hat, der einem sagt, welche Vorzüge unser Gesicht hat und wie man sich am besten schminkt, muss man sein Gesicht selber erforschen und kennenlernen. Das ist der Alltag der meisten Frauen. Hast du einen Rat, wie wir unsere Stärken und Schwächen erkennen können, ohne uns dabei im Weg zu stehen?
Loni Baur: Welche Merkmale eines Gesichts schön sind, liegt immer im Auge des Betrachters. Das ist eine sehr persönliche Einschätzung, die jeder alleine treffen muss. Wichtig ist aber, dass man die Merkmale, die man als Vorzüge für sich erkannt hat, mit Selbstbewusstsein in den Vordergrund stellt und betont. Das eigene Empfinden bei dem Blick in den Spiegel ist dabei wichtig. Frauen sind oft sehr selbstkritisch und brauchen hin und wieder einen Rat von außen. Den muss man nicht von professionellen Make-up Artisten bekommen – wozu haben wir Freundinnen? Wer sich selber fühlt und wahrnimmt, kann sich auch selber schminken. 

Dass ein gutes Make-up Zeit und Muße braucht, ist kein Geheimnis, aber manchmal muss es dann eben doch schnell gehen. Welche Schritte vergisst Du nie, wenn Du dich in Windeseile fertig machen musst?
Loni Baur: Ich reinige mein Gesicht und creme mich ein. Danach trage ich ein bisschen Creme Blush auf, bürste meine Brauen durch und trage transparentes Gloss, manchmal auch einen kräftigen Lippenstift auf. Ich versuche im Laufe des Tages nicht zu viel nachträglich zu pudern, aber jedes Make-up braucht ein bisschen Unterstützung.

Was sollten Frauen, die sich selber fertig machen, beachten? Gibt es irgendwelche Tools oder Produkte, die in keinem Badezimmer fehlen sollten?
Loni Baur: Wichtig ist in erster Linie, dass man niemals zu viel Produkt verwendet. Lieber mit wenig anfangen und bei Bedarf nacharbeiten. Außerdem ist es wichtig viele verschiedene Pinsel zu benutzen, um ein sauberes und gutes Make-up zu schminken. Pinsel sind längst nicht mehr nur für Profis, sondern sind in den letzten Jahren, genau wie Paletten, in die Badezimmer eingezogen. Nicht vergessen sollte man außerdem die regelmäßige Reinigung seiner Produkte, damit sich keine Bakterien entwickeln und unserer Haut schaden können. 

Beauty Make-up

Backstage bei William Fan mit Catrice

Juli 9, 2017

Bevor die Models von William Fan am Donnerstag über den Laufsteg des Berliner Modesalons schweben konnten, war Backstage viel los. Drei Stunden vor dem Show-Start wurden die ersten Gesichter geschminkt, Haare in Form geföhnt und Outfits das letzte Mal anprobiert.
Für die Make-up Looks des Modesalons war diese Woche, wie in den letzten Jahren Loni Baur verantwortlich. In Absprache mit den Designern entwickelt sie passende Make-ups zu den Kollektionen, erfindet neue Beauty-Trends und ist der kreative Kopf hinter dem kosmetischen Styling der Models. Benutzt werden im Kronprinzenpalais zur Fashion Week ausschließlich Produkte von Catrice, von denen dieses Jahr viele auf ungewöhnlichen und innovativen Texturen basierten.

William Fan Make-up Spring & Summer 2018

In der Show von William Fan wurden vier verschiedenen Make-up Looks gezeigt, die genau wie die Kollektion auf Erinnerungen an die Jugend des Designers basierten. Inspiriert von den späten Neunzigern hat Loni Baur vier Looks kreiert, die auf viele glossige Texturen, farbige Brauen und intensiv herausgearbeitete Wangen und Schläfen setzten. Für den sogenannten „Dewy Look“ sind Highlighter der Schlüssel zum Erfolg. Augenlider, Nasenrücken und Jochbein werden betont und als reflektierender Punkt des Gesichtes in den Vordergrund gerückt. Volle und glatte Lippen haben die Models dank des Volumizing Lip Boosters bekommen.
Wichtiges Element des Fan-Looks waren die eingefärbten Augenbrauen, die ich auf meinem Instagram-Account die „Meeresweltenbrauen“ genannt habe. Die Türkis  und Pink schattierten Brauen griffen das „Mehr ist Mehr“ Thema auf, das William Fan aus seiner Jugendzeit transportiert hat. Dritter und letzter Trend der Show waren stark akzentuierte Schläfen und Wangen. Die rot schattierten Haaransätze konturierten die Gesichter scharf und auf eine neue, kunstvolle Weise. Obwohl der Nude-Look nicht ganz verschwindet, machte die Show von William Fan wieder Lust darauf bunter und kreativer mit Make-up umzugehen.

Der komplette William Fan Look

Die Design-Geschichte von William Fan ging am Donnerstag mit eine Reise in sein Jugendzimmer und die dazugehörige Umgebung weiter. Da gibt es leere Landstraßen, einsame Bushaltestellen und die Sehnsucht nach pulsierenden Großstädten. William Fan hat die Einflüsse und Sehnsüchte seiner Jugend in seiner aktuellen Kollektion verarbeitet. Allerdings nicht wehmütig, sondern voller Frohsinn und Aufbruchsstimmung. Auf seinen T-Shirts finden Logos in Anlehnung an Musiksender Platz, seine Schnitte reflektieren den Leichtsinn der Jugend, der Raum für Styling-Experimente gelassen hat. Voller Leichtigkeit hat er Alltagsszenen aus unserer Jugend auf den Laufsteg gezaubert ohne dabei seine Heimat zu verraten und seinem neuen Leben in Berlin vorzuziehen. Viel mehr hat er seine Wurzeln voller Stolz und ein bisschen Wehmut mit der Öffentlichkeit geteilt und uns dabei Hosen, Blusen und Mäntel präsentiert, die wir jetzt gleich und nicht erst nächsten Sommer tragen wollen. Vielleicht die beste Show, die ich bisher erlebt habe.

 

Leben Mode

How to organize your first Fashion Week

Juni 28, 2017

Im Januar 2016 habe ich mich das erste Mal auf den Weg zur Berliner Fashion Week gemacht, my very first Fashion Week! Zwei Mal im Jahr widmet sich die Hauptstadt den neuesten Modetrends. Es gibt Modenschauen, Showroom-Präsentationen und viele, viele Partys. Wer sich für Mode interessiert oder sich mit Designern, PR Agenturen und anderen Kreativen aus der Branche vernetzten möchte, kann die Fashion Week genau dafür nutzen. Ich persönlich nehme die Termine gerne als Anlass, um ferne Freunde wieder zu treffen, mich bei wichtigen Kooperationspartnern in Erinnerung zu rufen und einfach eine gute und aufregende Zeit im Dicken B zu genießen.
Als ich mir Weihnachten 2015 vornahm meine erste Fashion Week zu entern, waren die Fragezeichen in meinem Kopf riesig: Wie plane ich meine Zeit in der Großstadt? Wie bekomme ich Zutritt zu den zentralen Veranstaltungsorten? Darf ich mir eine Modenschau angucken und wie nehme ich Kontakt zu den Veranstaltern der Fashion Week auf? Irgendwie verrät einem niemand, wie man in den Fashion Week Kreis kommt, ohne Handelsvertreter, Modejournalist eines großen Verlags oder Mitarbeiterin einer PR Agentur zu sein. Ich habe im letzten Jahr viele Erfahrungen gesammelt und weiss mittlerweile, welche Kontaktpersonen wichtig sind und wie man sich selber organisiert. Eben auch, wenn man ein winziges Zahnrad im Getriebe ist, zu den kleineren Bloggern Deutschlands gehört und eigentlich nicht viel von „Networking“ hält. Wichtig ist aber natürlich schon: Wer zur Fashion Week reist, sollte in irgendeiner Form an der öffentlichen Gestaltung der Modebranche beteiligt sein und sich von Herzen für junge Talente und Mode als Kunst interessieren.

„Three rules of success in fashion: perseverance, dream a bit and be passionate about it.“
Grace Coddington

Who? Where? When?
My first Fashion Week

Einen groben Überblick über die wichtigsten Termine der Fashion Week kann sich jeder schaffen, nämlich über die veranstaltungseigene Homepage. Das ist kein Hexenwerk, aber dann fängt die Arbeit richtig an. Nachdem man sich einen Überblick über die Veranstaltungen geschaffen hat, die einen persönlich am meisten interessieren, muss man herausfinden, wer für die Gästelisten und Einladungen verantwortlich ist. Wer sich bereits ein Netz aus Agenturen aufgebaut oder sogar schon mit welchen zusammengearbeitet hat, kann diese Kontakte nutzen. Mit höflichen und, ganz wichtig, persönlichen E-Mails (Finger weg von Massenware) kann man sich nach möglichen Terminen erkundigen. Neben PR Agenturen, kümmern sich Designer auch selber um die Verteilung von Einladung. Wichtig sind außerdem die Hauptsponsoren der Veranstaltung, weil sie auch ein Kontingent an Platzkarten besitzen. Wenn die Verantwortlichen nicht direkt auf der Seite der Fashion Week angegeben sind, findet man die mit ein bisschen Recherchetalent über Instagram und andere Suchmaschinen heraus. Hier macht sich Durchhaltevermögen bezahlt.
Mit ein bisschen Glück trudeln nach der ersten Fashion Week, wenn ihr es einmal in die richtigen Verteiler geschafft habt, die Einladungen von alleine ein. Wenn ihr keine Einladung per Post oder Email erhaltet, wird euer Name ganz einfach auf der Gästeliste festgehalten. Um in die Veranstaltungsräume zu kommen, braucht ihr also keinen Presseausweis zu beantragen. Eine Einladung genügt völlig.

Introduce Yourself
My first Fashion Week

Bei der Kontaktaufnahme per E-Mail, solltet ihr euch und euren Blog oder das, was ihr tut, vorstellen. Eine kurze, aber herzliche Vorstellung kann Wunder bewirken. Wichtig ist eine Vorstellung mit offenem Blick aber auch im echten Leben. Das fällt mir, als eigentlich sehr introvertierter Mensch nicht immer leicht. Selbstbewusst auf andere Menschen zuzugehen, ist schwierig, aber meistens lohnt es sich. Ich versuche mir immer die Namen von denjenigen zu merken, mit denen ich im Vorfeld kommuniziert habe, um mich persönlich bei ihnen für den Austausch und die Unterstützung zu bedanken. Das kann man natürlich auch sehr schön noch einmal zusätzlich ein paar Tage nach der Fashion Week per Mail machen. Obwohl ich nichts von oberflächlichem „Networking“ halte und wirklich nur den Kontakt zu Menschen suche, wenn ich ihre Arbeit und sie als Person schätze, spielt Aufmerksamkeit hierbei eine große Rolle. Ich mache keine Selfies mit einflussreichen Bloggern nur wegen ihrer Reichweite, ich bin auch in dem Modezirkus auf der Suche nach herzenswarmen und freundlichen Menschen, egal ob einflussreich oder nicht. Authentizität setzt sich durch, daran glaube ich ganz fest. Also bloß nicht von dem Blitzlichtgewitter einschüchtern oder verbiegen lassen.
Wichtig, um lieb gewonnene Kontakte zu halten, ist der Austausch von Visitenkarten, die man zum Glück für relativ wenig Geld drucken lassen kann. Visitenkarten werden euch nicht nur helfen, euch bekannter zu machen, sondern auch den Gesprächspartner von heute Mittag nächste Woche bei der Nachbereitung wiederzufinden. Zwischen Shows und Partys vergisst man nämlich viel zu leicht Namen oder Internetadresse. Deswegen immer nach Visitenkarten fragen und fleißig sammeln.

Create Space for your own Point of View
My first Fashion Week 

Veranstaltungen, die nicht in das eigene Konzept passen, sollte man auslassen und sich auf die Termine konzentrieren, auf die man sich wirklich, mit all seiner Energie freut. Das ist nicht nur für einen selbst, sondern auch für diejenigen schöner, die dich empfangen. Obwohl die Fashion Week sehr stark von den Stimmen der Sozialen Netzwerke bestimmt wird, ist es wichtig seinen eigenen Blickwinkel nicht zu verlieren. Wer neue und andere Motive mit seinen Lesern teilt, gewinnt, wer einen eigenen Standpunkt vertritt sowieso. Die eigene Sicht der Dinge sollte man nicht nur bei der Berichterstattung bewahren, sondern auch während der Shows. Die ungefilterter Sicht, ohne Bildschirm zwischen Augen und Laufsteg, gibt den besten Blick auf Show frei, die eben kein „Event“, sondern eine Form von Kunst und Modekultur ist.

Leben Reisen

My Travel Bucket List

Juni 25, 2017

Ich muss raus aus meinem Reisetrott! Ehrlich gesagt neige ich dazu immer an die gleichen Orte zu fahren – nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch weil ich ein Gewohnheitstier bin. Ich mag es die Veränderungen an einem Ort mitzuerleben und mir weit weg von Zuhause einen neuen Anlaufpunkt aufzubauen, an dem ich mich geborgen fühle. Dieser Ort wird wahrscheinlich für immer eine kleine Stadt an der Küste Hollands sein, denn dort reise ich seit meiner Kindheit hin und freue mich jedes Jahr auf die vertraute Umgebung. Das ist zwar wunderschön, aber irgendwie muss ich diesen Reisetrott mit ein paar neuen Zielen durchbrechen und mir für die nächsten fünf Jahre genau überlegen, was ich sehen und erleben möchte. Die Liste ist lang, aber ich glaube ich weiss, welche Ziele mir die wichtigsten sind.

Los Angeles 
Kalifornien 

Als ich in dem Flieger von New York City zurück nach Deutschland saß wusste ich, dass ich mehr von Amerika sehen möchte. Mit der Reise an die Ostküste Amerikas ist ein großer Traum von mir in Erfüllung gegangen, den ich beinahe täglich in meinen Gedanken noch einmal durchlebe und an die vielen tollen Erinnerungen zurückdenke, die wir in dieser aufregenden Stadt gesammelt haben. Obwohl ich lange Zeit kein Interesse an Los Angeles hatte, ist die Begeisterung für die Stadt in Kalifornien in den letzten Monaten ins Unermessliche gewachsen. Schuld daran sind Künstler, wie Lana Del Rey, Blogs, wie Song of Style oder YouTube-Kanäle, wie der von Sonya Esman. Sie alle fangen Los Angeles aus einer sehr nostalgischen Perspektive ein. Der Walk of Fame spielt dabei keine Rolle, sondern viel mehr die malerischen Straßen, das warme Klima, die Blicke auf Palmen und alte Cabrios, die sich träge durch weitläufige Wohnsiedlungen schleppen. Genau so will ich Los Angeles erleben. Ich will eine Woche abtauchen in den berühmten LA-Lifestyle, tagsüber am Pool liegen, Cocktails aus altmodischen Gläsern schlabbern und in pastellfarbenen Blusen durch Beverly Hills schlendern. Los Angeles, das erhoffe ich mir zumindest, wird mein großes Reiseziel 2018.

Edinburgh
Schottland 

Nach Schottland wollte ich schon als ich das erste Mal „Charlie und Louise“ gesehen habe – also ungefähr mit zwei oder drei Jahren. Die schönste Verfilmung von „Das doppelte Lottchen“ kam 1994 in die Kinos und war ein wichtiger Einfluss, wenn es um meine Sehnsucht nach Schottland geht. Ich glaube ich würde mich in Schottland sehr wohl fühlen, könnte mich auf Anhieb mit der grünen Landschaft und den alten Gassen identifizieren, die ich mit der Klavierballade, die Stefan Will für die Verfilmung von Erich Kästners Wunderwerk komponiert hat, im Ohr entdecken würde. Edinburgh ist verwunschen und wäre das perfekte Reiseziel für eine Auszeit mitten im Herbst. Ich glaube, dass ist kein zu absurder Wunsch. Edinburgh, ich komme!

Positano
Italien 

Positano. Die Gemeinde direkt an der Amalfiküste gehört zu den Orten, die ich dank Instagram und tollen Reisebloggern entdeckt habe, die zauberhafte Bilder von diesem malerischen Ort geteilt haben. Was ich mir von einer Reise nach Positano erhoffe? Eine Auszeit direkt am Meer, viel frische Pasta, kleine Geschäfte, in denen man traditionelle Keramik kaufen kann. Nach Positano will ich, um mit einem Blick auf die italienische Küste und das Gebirge am Strand zu liegen, im Meer schwimmen zu gehen und für eine Zeit an einen Ort zu flüchten, der unrealistisch schön ist. Die Hotels und Wohnhäuser, die in die Berge gebaut wurden und sich an engen Gassen entlang schlängeln sind meist inhabergeführt und typisch italienisch: bunt und herzlich. Positano soll mich entspannen und für Erholung sorgen. 

Stockholm und Malmö
Schweden 

Skandinavien ist toll und ich fühle mich seit meiner Kindheit sehr verbunden mit den Ländern im hohen Norden. Den langen Finnlandurlaub, den ich als fast Grundschulkind mit meiner Familie gemacht habe, werde ich nie vergessen. Genauso wenig, wie meine Zeit in Dänemark. Die Landschaft ist weitläufig, die Seen groß und die Architektur und Straßen wunderschön. Nach Finnland und Dänemark, will ich ganz dringend Schweden entdecken – am besten noch diesen Sommer. Ich habe das große Bedürfnis mit wenig Gepäck, vielleicht nur mit einem Rucksack und vielen vielen Büchern loszufahren und die Weite des Landes zu entdecken. Ich will Stockholm sehen, verlassene Dörfer erkunden und freundliche schwedische Menschen dabei beobachten, wie sie ihrem Alltag nachgehen. Ich weiss auch nicht, aber ich habe diese idealisierte Vorstellung von meiner Zeit in Schweden. Wer weiss, manchmal gehen idealistische Vorstellungen in Erfüllung.

Lissabon
Portugal 

Sobald ich nach Lissabon fahre, muss ich mir mindestens zwei Ersatzakkus für meine Kamera kaufen. Die Stadt an der Atlantikküste wird uns mit tausenden Fotomotiven begeistern, da bin ich mir sicher. Lissabon steht schon so lange auf meiner Reiseliste und eigentlich ist es, wie mit den meisten meiner europäischen Reisezielen so einfach: Ein Wochenende frei schaufeln, Flug und Unterkunft buchen, fertig. Ganz spontan und unkompliziert. Momentan habe ich für diesen Sommer und Herbst noch keine ausschweifenden Pläne und ich werde eines dieser Reiseziele sicherlich noch dieses Jahr umsetzen. Aber welches? Das entscheide ich, wie immer, mit Herz und etwas zu unüberlegt.
Und eigentlich wollte ich euch an diesem Sonntag nur fünf meiner Reiseziele vorstellen, aber ich will noch so viel mehr sehen. Zum Beispiel Kuba! Dieser Ort hat mich in seinen Bann gezogen und ich will in meinem Leben unbedingt mit den alten amerikanischen Autos durch Havanna fahren und an einem kubanischen Tanzkurs teilnehmen. Das stelle ich mir fabelhaft vor.

Beauty Make-up Skincare

How to look presentable on hot summer days

Juni 23, 2017

Auf Instagram erreichte mich diese Woche die Frage, wie man diese tropischen Temperaturen übersteht und dabei noch halbwegs vorzeigbar aussieht. Naja, leicht ist das ehrlich gesagt nicht. Zumindest nicht für mich. Ich bin nämlich die erste, die bei dieser Hitze anfängt zu schwitzen. Dazu kräuseln sich meine Haare in einem unvorteilhaften Look zusammen, ich sehe abgekämpft und wenig glamourös aus.
Um meinem wenig vorteilhaften Sommerlook entgegenzuwirken, schwöre ich aber tatsächlich auf das ein oder andere Beauty-Produkt. Denn es gibt sie, die Sommer-Geheimwaffen, die uns ein bisschen mehr Frische und Entspannung ins Gesicht zaubern.

Less is more

Wichtigstes Gebot, wenn es um eine sommerliche Visage, die nach Ferien auf Saltkrokan aussieht, geht: Less is more. Weil mir Foundation eh in kurzer Zeit vom Gesicht fließt, versuche ich im Sommer auf Baseprodukte zu verzichten und decke Unreinheiten oder Augenringe höchstens gezielt mit ein bisschen Concealer ab. Wenn die Foundation im Schrank bleibt, ist eine ausgewogene Hautpflege umso wichtiger. Deswegen versuche ich im Sommer keinen Schritt, weder Toner, noch Serum, zu vergessen. Ein wichtiges Thema ist natürlich ein guter Sonnenschutz. Ich benutze momentan, für Gesicht und Körper, Produkte von Clinique, die schnell einziehen und Anti-Aging-Profits haben.

A natural Glow

Totaler Geheimtipp für einen sonnengeküssten Teint ist das „Face Tan Water“ von Eco by Sonya, das ihr über Amazingy kaufen könnt. Normalerweise führen Selbstbräuner bei mir nicht zu einem frischen Teint, sondern viel mehr zu einer fleckigen Haut, die unnatürlich aussieht. Deswegen habe ich Selbstbräunern in den letzten zehn Jahren abgeschworen. Bis jetzt, denn das „Face Tan Water“ schafft es tatsächlich meiner extrem hellen Haut nur einen Hauch Bräune zu verleihen. Seitdem ich dieses Produkt benutze, das die Haut zusätzlich pflegt und vor Unreinheiten schützt, brauche ich keine Foundation mehr. Ich war lange nicht mehr so begeistert von einem Produkt.
Um meine Bräune etwas zu unterstützen, liebe ich es morgens einen Bronzer zu benutzen und ihn mit einem großen flauschigen Pinsel auf meine Schläfen, meine Nase und mein Schlüsselbein aufzutragen. Favorit ist das „Les Beiges“ Puder von Chanel in der Nummer 30. Als Pendant dazu, tupfe ich im Sommer eigentlich täglich ein bisschen zusätzlichen Glow auf meine Wangen auf. Einen tollen Highlighter hat Kjaer Weis ganz neu auf den Markt gebracht. Der Schimmer mit goldenem Unterton unterstützt eure Bräune und sieht sehr natürlich aus.
Auf den Lippen trage ich im Sommer pflegende Texturen, die schimmern und ganz bequem aufgepinselt werden können. Ultimativer und für mich neuer Favorit sind die „Lip Comfort Oils“ von Clarins. Sie glätten die Lippen und spenden Feuchtigkeit. Besonders erfrischend ist der Farbton Mint, weil er mit einem Ackerminz-Extrakt angereichert ist und zusätzlich einen belebenden und aufpolsternden Effekt hat. Ideal zum Mitnehmen und für zwischendurch.
Apropos zwischendurch: Immer dabei, habe ich immer Sommer ein Gesichtswasser, mit dem ich mich erfrischen und mir nach schweißtreibenden Terminen neue Vitalität einflößen kann. Toll ist das „Eau de Beauté“ von Caudalie oder das „Miracle Mist“ von Elizabeth Arden. Empfehlen kann ich euch aber auch die umparfümierten Thermalwasser von Avene oder Evian.

The perfect Scent

Wie duftet der Sommer? Diese Frage beantwortet wohl jeder anders, aber fest steht, dass Bodysprays im Sommer angenehmer sind, als schwere Parfüms. Nicht nur der Duft ist dezenter, sondern auch das Zusammenspiel mit der Sonne funktioniert deutlich besser. Bei den meisten Bodysprays muss man keine Angst vor Hautverfärbungen oder allergischen Reaktionen haben. Ich kann euch das „Soleil Blanc“ Body Spray von Tom Ford ans Herz legen, weil es sich dezent auf eure Arme und Schultern legt und euch den gesamten Tag mit einer Brise süßlicher Meeresluft umhüllt. 

 

Mode

Ein bisschen Monet dank neuem Sommerhut

Juni 21, 2017

Hüte sind toll. Im Winter halten sie warm und schützen vor Schnee, im Sommer helfen sie uns, einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich habe meinen neuen Sommerhut vor zwei Wochen in der Accessoires-Abteilung von P&C gefunden und ihn seitdem sehr viel getragen. Weil mich auf Instagram sehr viele Nachrichten zu dem Sommerhut erreicht haben, nachdem ich ihn dort vorgestellt habe, schreibe ich euch heute einen ganzen Beitrag zum Thema Sommerhut und verrate euch, wie ihr das perfekte Modell für eure Ansprüche und eure Kopfform findet.

Hüte dich vor der Sonne

Ich liebe den Sommer wirklich. Besonders dann, wenn ich nicht arbeiten muss, ein gutes Buch lese und meine Gedanken frei, ohne Zukunftsängste, dahinplätschern können. Der Sommer hat für mich allerdings einen großen Nachteil und zwar kämpfe ich seit ungefähr vier Jahren, wie ihr wisst, mit Sonnenallergie. Weil ich nicht besonders scharf darauf bin unter kribbelnder Haut verrückt zu werden, trage ich im Sommer meistens lange Kleider, große Hüte und versuche direkte Sonne zu vermeiden. Hüte sind zum Glück nicht nur praktisch, sondern sehen auch hübsch aus. Sie erinnern an die Gärten von Claude Monet, an verwunschene Gärten in Südfrankreich. Die klassischen Panamahüte, wie wir sie von Janosch kennen, stehen schmalen Gesichtern mit hoher Stirn fantastisch. Herzförmige Gesichter mit ausgeprägten Wangen sehen unter Hüten mit breiter  Krempe toll aus. Die Hüte von Loevenich, die bei P&C verkauft werden, sind hochwertig verarbeitet und liegen preislich zwischen 20 und 30 Euro – einen kleinen Rabatt kann man sich zusätzlich sichern. Worauf ich achte, wenn ich einen Sommerhut kaufe? Auf ein natürliches Material, auf gut verarbeitete Nähte, damit kein Druck am Kopf entsteht und einen zeitlosen Schnitt, der uns über viele viele Sommer bringt.
Besonders schön sehen hüte zu Leinenkleidern, nostalgischen Sonnenbrillen und großen Korbtaschen, gefüllt mit kühlen Getränken und Badetüchern aus. Jetzt, wo ich meinen perfekten Sommerhut gefunden habe, freue ich mich noch ein bisschen mehr auf meinen diesjährigen Urlaub am Meer.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Peek & Cloppenburg Düsseldorf entstanden.

Mode

Das Beste aus dem Pre-Sale für unseren Sommerurlaub

Juni 7, 2017

Jedes Jahr das Gleiche. Während die Online-Shops bereits die Herbstkollektion vorstellen, nimmt mein Sommer erst langsam Fahrt auf. Schön daran ist allerdings, dass ich dank dieser Schnelllebigkeit noch vor meinem Sommerurlaub im Sale shoppen und meine Sommergarderobe somit immer zum halben Preis aufbessern kann. Obwohl der richtige Sommer-Sale noch auf sich warten lässt, habe ich die ersten Pre-Sales ausfindig gemacht, um mir und euch die schönsten Stücke zu sichern. Weil ich mich erst im August ans Meer verabschiede, habe ich also noch genügend Zeit, um darüber nachzudenken mir eine neue Strandtasche zuzulegen oder meine müden Füße in ein neues Paar Sandalen zu stecken. Fest steht, im Sale zu shoppen macht doppelt so viel Spaß. Also, hier das Beste aus dem Pre-Sale für unseren diesjährigen Strandurlaub.

Pre-Sale Party

Diese nautisch inspirierte Baumwolltasche von Tory Burch habe ich bereits vor einigen Monaten erspäht. Obwohl ich schlichtes und gradliniges Design mag, bin ich im Sommer auch immer für ein bisschen Seemanns-Romantik zu haben. Der große Shopper wäre sicherlich ein wunderbarer Begleiter für den Sommerurlaub und würde sich für diejenigen, die mit dem Flugzeug verreisen, toll als Hangepäcktasche eignen. Eine der besten Pre-Sale Entdeckungen des Monats, ganz sicher.
Toll finde ich außerdem den Jeansrock von Closed, der dank der Knopfleiste nostalgische Elemente in unseren Sommer schleust. Zu einem einfachen Shirt und Turnschuhen sieht dieses Teil sicherlich entzückend aus. Passen würden aber auch die schlichten Sandalen, die ich im Pre-Sale gefunden habe. Wer, genau wie ich, unter Sonnenallergie leidet, muss Arme und Beine im Sommer, zumindest zum größten Teil, verhüllen. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt meistens Maxi-Kleider am Strand zu tragen und bin froh, dass es so viele schöne Designs für lange, aber trotzdem luftige Kleider gibt. Der Kaftan von Tory Burch ist, dank der vielen Blautöne, ein Lieblingsstück von mir und 100 Prozent Sonnenallergie-tauglich. Wer ans Meer fährt braucht außerdem einen kuscheligen Pullover, denn abends wird die Luft salzig und der Wind kühl. Es gibt wahrscheinlich kein schöneres Gefühl als ein langsam zu Ende gehender Sommertag, an dem man sich in einen Pullover kuschelt und einen letzten Spaziergang ans Wasser unternimmt. Das Modell von Isabel Marant ist ein echter Klassiker und wird uns sicherlich fabelhaft warm halten. 

Jeansrock / Nautische Tasche /Sandalen /Blaues Kleid / Wollpullover 

Leben Literatur

|May| Last Month Treasures

Juni 5, 2017

Langsam komme ich nicht mehr hinterher. Die Tage verfliegen, die Wochen vergehen, die Zeit rast. Ich hatte gerade sechs Zimtschnecken im Ofen, als mir auffiel, dass es schon wieder Zeit für meinen Monatsrückblick ist. Wow! Der Kalender zeigt aber tatsächlich den Juni an und deswegen mache ich mich jetzt, vollgefressen und bereits im Pyjama daran, den Mai noch einmal zu durchleben und die schönsten Momente und Dinge mit euch zu teilen. Last Month Treasures, here we go!

Mode

Wettertechnisch war der Mai ziemlich durcheinander. In den ersten Tagen habe ich noch meinen dicken Wintermantel von &otherstories getragen, wenige Zeit später bin ich in meinem Leinenkleid über den Wochenmarkt gekrochen und habe mich unter meinem neuen Hut vor der Sonne versteckt. Wie ihr in der obigen Collage sehen könnt, habe ich auch zwei neue Teile in meinen Kleiderschrank eingeführt, über die ich mich sehr, sehr freue. Zum einen habe ich endlich die Stella McCartney Creepers Second Hand gefunden. Dank dem riesigen Angebot auf Vestiaire Collective konnte ich diese verrückten Schuhe für einen guten Preis ergattern. Ich habe sie in der selben Woche eingelaufen und mich noch ein bisschen mehr in diese Schuhe, absolut Rock n Roll verliebt. Größte modische Überraschung des Monats war auf jeden Fall mein spontaner Kauf der Pochette Metis von Louis Vuitton. Die Tasche habe ich euch bereits in der letzten Handbagstory vorgestellt. Wichtiges Accessoire des letzten Monats war außerdem meine Celine Belt Bag, die jetzt, dank mehr regenfreien Tagen, wieder mehr zum Einsatz kommt. Liebster Onlineshop des letzten Monats war Mango. Obwohl ich in den letzten Jahren kein einziges Teil bei Mango geshoppt habe, konnte ich in den letzten Wochen gleich mehrere tolle Kleider in dem Sortiment finden. Unbedingt vorbeiklicken!

Leben & Arbeit

Der Sommer kam früh und überraschend. Zwischen meinen Terminen habe ich mir den Wind in meinem geliebten alten Cabrio um die Nase streichen lassen und unzählige Sommersprossen aka Wunschpunkte gesammelt. Oft bin ich zum Arbeiten auch von meinem Schreibtisch aufgestanden und habe es mir in dem Garten oder in einem meiner Lieblingscafés bequem gemacht. Das ist das Schöne an freiberuflicher Arbeit. Es gibt keinen festen Arbeitsplatz und kein Grund den ganzen Tag, trotz Arbeit, in der Bude zu hängen. Die sommerlichen Temperaturen haben aber nicht nur meinen Arbeitsalltag bestimmt, sondern auch mein Privatleben. Ich bin durch Seen geschwommen, habe an frisch erblühten Rose geschnuppert und das Leben, das kann man so sagen, in vollen Zügen genossen. Ein toller, erholsamer, ruhig dahin plätschernder Monat.

Musik, Literatur und Film

Es mag an dem schönen Wetter liegen, dass ich momentan wieder mehr Muße zum Lesen finde. Ich habe, darauf bin ich ganz stolz, wieder vermehrt Zeitung gelesen. Nicht nur durchblättert, sondern gelesen. Es ist verblüffend, wie viele Informationen unsere Gesellschaft täglich produziert und aus dieser wahnsinnigen Menge an Material das Richtige und wirklich Interessante herauszufiltern, ist oft schwierig. Mir ist das im Mai aber zum Glück ganz gut gelungen. Begeistert war ich von den Fitzgerald-Erzählungen, die unter dem Titel „Für Dich würde ich sterben“ erschienen sind.
Die letzten Wochen waren aber nicht nur lehrreich, sondern auch unheimlich musikalisch. Wir waren an einem Freitagabend ganz spontan auf einem Konzert von Henrik Freischlader in Wuppertal Barmen und konnten seinem wunderbaren Blues, in Erinnerung an Gary Moore, lauschen. Ein toller Abend, der Vieles in mir geweckt und bewegt hat. Großes Kino hat uns im Mai Woody Allen, na klar, wer auch sonst, beschert. Seine Serie „Crisis in Six Scenes“, die er exklusiv für Amazon geschrieben hat, habe ich an einem Abend durchgeguckt. Typisch Woody sind die Dialoge unaufhörlich alltäglich, wunderbar beobachtet und so witzig normal. Ich liebe Woody Allens Filme und alles, was er schreibt, aber diese Serie hat mir unnatürlich viel Freude bereitet. Jetzt denke ich immer noch, einige Woche nachdem ich die sechs Folgen gesehen habe, verzückt und glucksend an die Szenen zurück.

Handbagstories Mode

|Handbagstories| Pochette Metis von Louis Vuitton

Mai 31, 2017

Ich glaube es war in meinem letztes Wishlist-Post, als ich euch zum letzten Mal von der Pochette Metis vorgeschwärmt habe. Dass sie bereits jetzt Teil meiner Sammlung ist, habe ich damals nicht gedacht. In den vergangenen Wochen sind dann aber einige Dinge passiert, die mich zu dem Kauf hingeführt haben und ich bereue, wie meistens, nichts an dieser Entscheidung. Viele von euch haben über Instagram nach einer neuen „Handbagstory“ gefragt und tadaa, hier ist sie schon!
Die Pochette Metis habe ich das erste mal circa 2014 wahrgenommen, als ich auf Pinterest stöberte. Dort entdeckte ich ein Bild, das eine Französin bei ihrem Gang über einen Wochenmarkt zeigt. Sie trägt die kleine Umhängetasche zu einer gerade geschnittenen Jeans, Sandalen und fliegenden Haaren, während sie auf der Suche nach den schönsten Äpfeln der Saison ist. Besser hätte man mir diese Tasche nicht verkaufen können. Seit diesem Bild habe ich die Pochette nicht mehr aus den Augen gelassen, immer mal wieder online in meinen Warenkorb geschoben und doch nicht gekauft. Nächstes Jahr, zu einem großen Anlass, wenn du sie dir verdient hast, dachte ich. In den darauffolgenden Jahren, bis heute, habe ich viele weitere Inspirationen zu diesem Taschenmodell gesammelt. Irgendwann im letzten Jahr ist die Pochette Metis dann immer mehr auf Blogs und anderen Social Media Kanälen aufgetaucht. Mein Verlangen wuchs und wuchs.

Meine Assoziationen zu der Pochette Metis

Mich erinnert die Pochette Metis an die Reisekoffer, für die Louis Vuitton ursprünglich berühmt war. Das Modehaus hat einen wichtigen Beitrag in der Entwicklung der Reise-Kultur geleistet und Reisen zu etwas Exquisitem, etwas Aufregendem etwas Mysteriösem gemacht. Heute, wo Flugzeuge wie Reisebusse sind und alle Welt möglichst bequem und günstig, in Jogginghose und mit zerzausten Haaren durch die Welt jettet, vermisse ich die Vorstellung des nostalgischen Reisens. Ich denke dabei an adrette Frauen, die ihren Kosmetikkoffer aufgeregt durch den Flughafen tragen, an Männer in Anzügen und die ursprüngliche Vorstellung des Reisens. Frauen, wie Dita Von Teese sorgen dafür, dass diese Kultur nicht völlig ausstirbt. Sie wird regelmäßig dabei fotografiert, wie sie ihre handbemalten Louis Vuitton Koffer durch den Flughafen von LA schiebt und mein Herz schlägt jedes Mal ein bisschen höher, wenn ich sie auf diesen Fotos, so fabelhaft klassisch, entdecke.
Die Pochette Metis vereint aber nicht nur viele Elemente der ikonischen Koffer, sondern auch viele praktische Elemente. Sie ist der perfekte Begleiter, weil man sie schräg über dem Körper tragen kann und sie all das beherbergt, das man für einen langen Tag oder eine Reise benötigt. Sie ist ein guter Kompromiss zwischen klassischer Eleganz und bedachter Lässigkeit. Dank des kleinen Ledergriffs kann man die Tasche auch toll in der Hand, zum Beispiel zu verspielten Sommerkleidern, tragen. Das Wichtigste ist neben dem großen Komfort der Tasche aber tatsächlich die Nostalgie. Ich assoziiere die Pochette Metis mit Reisen in Zeiten der Vierziger, mit Oldtimern, die uns sanft ans Ziel bringen, mit Stunden in einem kleinen Café und mit freien Sonntagen, die wir auf einem Trödelmarkt verbringen, um neue Schätze für unser Heim zu finden.

Mit Glück an der Warteliste vorbei

Anfang des Jahres wusste ich, dass ich die Pochette Metis gerne kaufen möchte. Eigentlich wollte ich, ganz unkompliziert, in meine LV-Boutique des Vertrauens stolpern und die Tasche einfach kaufen, aber das erwies sich, das merkte ich schnell, als unmöglich. Durch die starke Präsenz der Tasche auf Social Media Kanälen, ist die Nachfrage durch die Decke gegangen. In Boutiquen gibt es ewig lange Wartelisten, die mittlerweile geschlossen sind und online ist sie vergriffen. Am Kundentelefon versicherten mir zwei Mitarbeiterinnen, unabhängig voneinander, dass in den nächsten Monaten nicht an einen Kauf der Pochette Metis zu denken sei. Weil ich mich ungern auf Wartelisten setzten lasse (ich kaufe wann ich will und nicht, wann es mir eine Warteliste ermöglicht) habe ich die Pochette Metis kurz vor unserer New York Reise ad acta gelegt.
Vor einer Woche wuselte ich mich dann spät abends, nur so zum Spaß, durch den Onlineshop und versuchte noch einmal verzweifelt die Pochette Metis in meinen Warenkorb zu schieben. Wo sonst immer die Nachricht „Derzeit vergriffen“ auftauchte, wurde ich an diesem Abend zum Bezahl- und Bestellvorgang weitergeleitet. Ein Wunder! Nach der reibungslosen Abwicklung rechnete ich damit innerhalb der nächsten 24 Stunden eine Mail mit dem Betreff „Bestellung abgebrochen“ zu erhalten. Ich war mir sicher, dass der Onlineshop mir nur versehentlich den Kauf ermöglicht hatte, aber tatsächlich kam die Tasche zwei Tage später bei mir an. Bingo. Also: Regelmäßiges Surfen lohnt sich und manchmal kann man begehrte Teile, trotz Warteliste und geringem Bestand, kaufen.

Literatur

|Rezension| Für Dich würde ich sterben von F. Scott Fitzgerald

Mai 29, 2017

Dank einer aufmerksamen Leserin bin ich beinahe umgehend nach der Veröffentlichung auf „Für Dich würde ich sterben“ aufmerksam geworden. Versunken in Arbeit und Zukunftspläne hatte ich nicht mitbekommen, dass neue alte Erzählungen von F. Scott Fitzgerald erstmalig in Deutschland verlegt wurden. Natürlich musste ich mir das Buch sofort besorgen, lesen und für euch rezensieren. Eigentlich gibt es ja auch nichts besseres, als an heißen Sommertagen Fitzgerald zu lesen. Seine Literatur begleitet mich jetzt schon seit so vielen Jahren und hat mir ganz viel über Schreiben, Satzbau und Beobachtungen beigebracht. In der Publikation des Hofmann und Campe Verlags sind vor einige Wochen 18 Erzählungen erschienen. Darunter auch Anrisse von Filmexposés. Entstanden sind die meisten Geschichten in der Mitte der 30er Jahre.

Fitzgerald in den 30er Jahren

Zusammen mit seiner Frau Zelda war Fitzgerald für ein wildes Leben rund um Liebe, Partys, Reichtum und Freiheit berühmt. In seinen Geschichten und Romanen, die insbesondere in den 20ern populär waren, zeichnet der Autor ein Bild der amerikanischen Oberschicht. Er schreibt, bedacht und gut beobachtet, über die Verführungen dieser Welt und macht sich damit zu dem Star der damaligen Gesellschaftsporträts. In Mittelpunkt seiner Erzählungen stehen damals immer Frauen, zerrissen von dem Wunsch nach Liebe und Anerkennung – immer melancholisch, mysteriös und auf dem besten Weg an sich selbst zu zerbrechen. Die Texte aus „Für Dich würde ich sterben“ sind anders.
In den meisten Erzählungen, die von Melanie Walz, Gregor Runge und Andrea Stumpf übersetzt wurden, entfernt sich Fitzgerald von seinen frühen Texten. Er klingt jetzt reifer, lässt seine Blicke aus seiner privilegierten Welt heraus wandern. Wie immer hat mich in seinen Geschichten die Präzision der Beschreibungen fasziniert. Die Schönheit von Fitzgeralds Sprache ist vollkommen und verkörpert all das, was ich unter reiner Literatur verstehe.
Wer Fitzgeralds Werke, die wenige Jahre vor seinem Tod 1940 entstanden sind, lesen und sich ein Bild von seiner Entwicklung machen möchte, sollte sich mit „Für Dich würde ich sterben“ zurückziehen und in seine magische Welt eintauchen. Mich haben die Geschichte berührt und in einer Ansicht gestärkt: Fitzgerald war einer von den ganz ganz Großen!

„Für Dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald, erschienen im Hoffmann und Campe Verlag*